Dirk Liesemer

Dirk Liesemer

Leben & Arbeit

Ich arbeite als Journalist für Magazine, darunter seit vielen Jahren regelmäßig für Mare, sowie als Buchautor für Publikumsverlage wie Hoffmann und Campe. Zudem produziere ich seit Kurzem historische Stücke für den Bayerischen Rundfunk. Meine Themen sind Natur, Wissenschaft, Geschichte und Verbrechen. Ich habe etliche Jahre in Redaktionen gearbeitet, für SPIEGEL Geschichte ein Magazin mitkonzipiert, zudem war ich rund fünf Jahre lang freier Redakteur des Jungen Akademie Magazins. Für meine Arbeit bin ich oft gereist, etwa in die Ukraine, nach Serbien und ins Kosovo, nach Kenia, Tunesien, Wales, Frankreich und Italien. Ferner habe ich für journalists network e. V. ehrenamtlich Recherchereisen organisiert, nach Sibirien, Ruanda, Ghana und Japan. Studium der Politikwissenschaft, der Philosophie und des Öffentlichen Rechts in Münster und Rennes, Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Ich bin in Detmold aufgewachsen und lebe heute in München.

(Langfassung weiter unten.)

Auszeichnungen & Nominierungen

Sachbücher des Monats der WELT-Bestenliste im Januar 2024: "Café Größenwahn" (Hoffmann und Campe)

ITB-Reisebuchpreis 2017, Kategorie Das besondere Reisebuch: "Lexikon der Phantominseln" (mareverlag)

Selected Contributions European Journalism Prize Writing for CEE, 2012: "Nordstadt" (F.A.Z. Feuilleton)

Nominierung Deutscher Reporterpreis 2012, Kategorie Bester Freier: "Attackiert das Imperium!" (mare)

Shortlist Henri Nannen Preis 2012, Kategorie Dokumentation: "Sommer 41" (F.A.Z. Feuilleton)

Matheon-Journalistenpreis 2008: "Das Orakel von London" (Zeit Wissen Magazin)

Langfassung

Geboren 1977, aufgewachsen in Feldrom im Eggegebirge, Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen. Erst Waldorfschule, später Grabbe-Gymnasium in Detmold. Die Lust am Geschichtenerzählen habe ich meinem Vater abgelauscht, der sich als Ausreißer, Kapitän zur See, Restaurator und Antiquitätenhändler durchs Leben schlug. Meine Mutter ist seit jeher Künstlerin. Vielleicht kein Wunder, dass ich mir als Kind alle möglichen Berufe vorstellen konnte.

Ich hatte eine verträumte Dorfjugend auf dem Bolzplatz, an den Kletterfelsen der Externsteine und vor dem Kassettenrekorder – die melancholischen frühen Neunziger samt Nirvana, Sting und R.E.M. Zum Glück noch ein Collegejahr in Melbourne, Australien. Englisch lernen, wild im Busch campen, Footy spielen und Heimatsuche, schließlich war mein Vater australischer Staatsbürger.

Nach dem Abitur wollte ich hinaus in die weite Welt, aber es ging zum Zivildienst in ein psychiatrisches Krankenhaus in Münster, allgemeine Akutaufnahme, geschlossene Abteilung. Dort habe ich nicht nur viel über die Grenzen der menschlichen Psyche und deren Widerstandskraft gelernt, sondern auch meine Frau getroffen, eine Psychiaterin.

Ich blieb in Münster, studierte Politologie, nicht zuletzt Ideengeschichte, ferner Philosophie und, nun ja, Öffentliches Recht, weil mir das vernünftig erschien. Aber ich hätte besser eine Sprache lernen sollen. Tant pis! Für ein Erasmusjahr büchste ich nach Frankreich aus, ans Science Po in Rennes in der Bretagne – eine großartige Zeit mit Studenten aus zwei Dutzend Ländern sowie einer Wanderung quer durch Korsika.

Es folgte eine solide journalistische Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule, ein Geschenk! Seither bin ich vor allem als freiberuflicher Journalist unterwegs, darunter knapp drei Jahre lang von Leipzig aus. Dort stellte ich meine ersten beiden Bücher fertig: das Lexikon der Phantominseln und den Aufstand der Matrosen. Es waren Marathonläufe. Und wie beim Marathon: Unterwegs ist es eine Qual, erst am Ziel wird alles gut, vor allem wenn der Verlag stimmt.

Immer wieder und bislang insgesamt rund sieben Jahre lang war ich in Redaktionen tätig: Freitag, natur, P.M. History, Gehirn & Geist und G/Geschichte sowie für ein Magazinkonzept bei SPIEGEL Geschichte. Gerade als freier Autor ist es hilfreich zu wissen, wie Redaktionen ticken und warum sie auch mal geniale Themenideen ablehnen. Ferner habe ich knapp fünf Jahre lang als freier Textchef das Junge Akademie Magazin betreut, die Zeitschrift der Nachwuchsorganisation der Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Für den Verein journalists.network habe ich ehrenamtlich vier Recherchereisen mitorganisiert und begleitet: Moskau/Sibirien, Ruanda, Ghana und Japan. Einige Jahre lang war ich Mitglied im Vereinsvorstand, heute bin ich noch im Beirat mehr oder weniger aktiv. Das war zwar viel unbezahlte Arbeit, aber sie brachte mir wertvolle Kontakte und enormes Wissen über ferne Länder.

Weitere Recherchen in der Ukraine, in Tunesien, Kenia, Frankreich, England. Für eine Reportage trampte ich 800 Kilometer über den Balkan, für eine andere weilte ich eine Woche auf einer winzigen Insel vor Wales, für das Naturbuch Streifzüge durch die Nacht wanderte ich ein Jahr lang nachts durch Deutschland. Und für den mit meiner Frau verfassten Roman Tage in Sorrent sah ich mich in Süditalien um. Gerade für den Roman, der ja ein Spiel mit der Fiktion ist, waren die vor Ort gesammelten Eindrücke wichtiger als zunächst vermutet.

Ich lebe in München, gehe gerne mit Freunden in die Berge, spiele ein wenig klassische Gitarre (Tarrega!), höre überhaupt oft Musik und, natürlich, lese viel. Zu meinen Lieblingsautoren zählen Herta Müller, Michail Lermontow, Siegfried Lenz und Kazuo Ishiguro. Auch in der Literatur bleibe ich auf Entdeckungsreise, vermutlich meiner größten.

Referenzen

Buchverlage

Mare, Heyne, Malik, Hoffmann und Campe

Zeitschriften

MARE, stern Crime, stern, SPIEGEL Geschichte, NZZ Geschichte Magazin, NZZ am Sonntag, GEO Epoche, GEOkompakt, GEO Saison, GEO Wissen, GEO Magazin, Junge Akademie Magazin, P.M. History, G/Geschichte, brand eins, natur, Playboy, F.A.Z. Feuilleton, FOCUS, Freemen's World, Reportagen, Max Joseph Magazin, enorm, der Freitag, Tagesspiegel, Wiener Zeitung, ZEIT Wissen Magazin

Radiosender

Bayerischer Rundfunk