Von wegen Datenwolken, von wegen kabellos. Diese Recherche zeigte mir, dass das Internet viel weniger luftig ist, als man gemeinhin denken könnte. 99 Prozent unserer Informationen verlaufen durch Glasfaserkabel im Ozean. Sabotage? Abhorchen? Terror? Nirgends sind wir verletzlicher als im Meer.

Meine Geschichte über Seekabel, erschienen in mare Nr. 124, konnte nur geschrieben werden, weil es Seekabel gibt. Das mag erst einmal trivial klingen. Aber zum einen lassen sich natürlich sehr wohl Geschichten über reine Phantome und Fantasieprodukte schreiben. Und zum anderen - und das war in diesem Fall entscheidend - hätte ich diesen Text sonst nicht recherchieren können: Nur weil Seekabel existieren, konnte ich meine Fragen per Mail an Forscher verschicken, das eine oder andere Interview via Skype führen und mir auf entsprechenden Plattformen Videos anschauen, etwa die empfehlenswerte Arte-Dokumentation 20000 Kabel unter dem Meer.

Normalerweise beschäftigt mich nicht allzu sehr die Frage, auf welchem Kontinent die Internetseite liegt, die ich gerade besuche. Oder welchen verschlungenen Weg selbst ein einfaches Telefonat mal eben so nimmt. Natürlich finden sich im Netz längst auch Seiten, die anschaulich zeigen, wie das globale Seekabelnetz struktuiert ist, etwa auf submarinecablemap.com oder anschaulicher noch auf der Seite surfacing.in der amerikanischen Wissenschaftlerin Nicole Starosielski. Mir ist übrigens erst durch diese Recherche klar geworden, dass fast die gesamte globale Kommunikation über Seekabel verläuft und man auf Satelliten gut und gerne verzichten könnte.

Was ich gerne in meinem Text noch untergebracht hätte: Auch das Deutsche Reich ließ eigene Seekabelnetze in seinen Kolonien verlegen. Aber das ist die gute Nachricht: Man findet dazu einiges - im Internet.

Mein Text: Lauschangriff in der Tiefe, in mare Nr 124.